Interview Malteser Care - Verlässlichkeit leben

Verlässlichkeit: Wir sind eine Seilschaft, aus der sich niemand ausklinkt – besonders nicht in schwierigen Situationen

Interview Helmut Lutz, Geschäftsführer von Malteser Care

Das Angebot von Malteser Care umfasst unter anderem:

  • Krisenunterbringung von Kleinkindern (0–3 Jahre) mit geplanter Erweiterung.
  • Familienunterstützung bei Kindern mit Behinderungen – bis hin zur 24-Stunden-Betreuung oder stundenweise Entlastung.
  • Begleitung älterer Menschen in ihrem Zuhause.

Mit rund 140 Mitarbeitenden ist das Team im Vergleich zu anderen Organisationen klein und überschaubar, was flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege ermöglicht. Diese Struktur erlaubt es, maßgeschneiderte Lösungen auch für komplexe Fälle zu entwickeln – etwas, das Fördergeber und Partnerorganisationen besonders schätzen.

Ein Schwerpunkt liegt in der Qualitätssicherung:

  • Eigenes Qualitätsmanagementsystem nach ISO-Standards.
  • Teilnahme am freiwilligen ÖQZ-Zertifikat im Bereich der 24-Stunden-Betreuung.
  • Regelmäßige Qualitätsaudits durch den Fonds Soziales Wien.

Wir sprechen zum Thema Wertekultur und den Herausforderungen, diese tagtäglich zu leben.

Insgesamt sind unsere Eckpunkte der Zusammenarbeit, nach innen und nach außen: Flexibilität, Menschlichkeit, Qualität und direkte Kommunikation, was uns in der sozialen Landschaft Wiens zu einem geschätzten und innovativen Partner macht.

Herr Lutz beschreibt die Organisation als sehr divers. „Wir begleiten Menschen in allen Lebensphasen – von Neugeborenen in der Krisenunterbringung bis hin zu hochbetagten Personen in der mobilen Pflege.“ Die individuelle Betreuung steht im Mittelpunkt, wobei alle Leistungen ausschließlich für und mit Menschen erbracht werden.

Besonderer Wert legen wir auf Teamstruktur, Supervision und Kommunikation. Wir haben verpflichtende Supervisionen, und legen großen Wert auf regelmäßige Teambesprechungen. „Durch persönliche Führung mit Nähe und Präsenz der Leitung unterstützen wir unsere Mitarbeitenden und legen den Grundstein für eine gute Bindung und Beziehung zueinander“, meint Herr Lutz.

Zudem versuchen wir durch gemeinsame Veranstaltungen (wie einem Adventtreffen) das Wir-Gefühl zu stärken – auch wenn durch Schichtdienste nicht alle gleichzeitig dabei sein können.

Ein zentrales Führungsprinzip, das ich auch tagtäglich lebe, ist echte Präsenz und gelebte Offenheit. „Es geht nicht nur darum, ein offenes Ohr zu haben, sondern auch ernsthaft auf Anliegen einzugehen – also nicht bloß zuzuhören, sondern auch aktiv etwas daraus zu machen“, erklärt Herr Lutz.

Viele Unternehmen sprechen von einer “Open-Door-Policy”, leben sie aber nicht wirklich. Bei Malteser Care wird sie authentisch umgesetzt: „Mein Büro ist tatsächlich offen, was von mit und dem Team als Signal für Zugänglichkeit und Wertschätzung verstanden wird. Wenn die Tür ausnahmsweise geschlossen ist, hat das einen klaren Grund, der auch kommuniziert wird“, erklärt Herr Lutz.

Diese gelebte Offenheit wird von den Mitarbeitenden wahrgenommen und geschätzt. Es herrscht eine respektvolle Kommunikationskultur, in der Führungskräfte nicht nur erreichbar sind, sondern auch auf Augenhöhe und mit echter Aufmerksamkeit agieren. Diese Haltung unterscheidet sich deutlich von oberflächlicher Präsenz, wie sie in vielen anderen Organisationen vorkommt.

Zu Führung führt Herr Lutz weiter aus: „Ein zentrales Führungsprinzip ist Verlässlichkeit, Vertrauen und Rückhalt. Wir sind eine Seilschaft, in der sich niemand „aus dem Seil ausklinkt“ – besonders nicht in schwierigen Situationen“, ein klares Bild für Herrn Lutz. Führung bedeutet, offen und ehrlich zu kommunizieren, bei Problemen gemeinsam nach Lösungen zu suchen – ohne in die Verantwortung anderer einzugreifen oder Führungskräfte zu untergraben. Entscheidungen werden klar und konsistent über die Führungslinien hinweg getroffen und kommuniziert.

Bei Malteser Care spielt MitarbeiterInnenentwicklung eine große Rolle. Unsere Führungskräfte sollen Potenziale erkennen und unterstützen – sei es durch interne Weiterentwicklung oder, wenn nötig, durch wertschätzende Begleitung beim beruflichen Wechsel (Outplacement). Besonders wertvoll ist, wenn ehemalige MitarbeiterInnen das Unternehmen weiterempfehlen – das sehen wir als Zeichen für eine gelungene Unternehmenskultur.

Der Erfolg dieser Kultur zeigt sich etwa gerade jetzt, wo wir dabei sind eine zweite Kriseneinrichtung für Kleinkinder zu schaffen: Trotz Personalengpässen im pädagogischen Bereich gelingt das Recruiting gut – durch Mundpropaganda und Empfehlungen. Bestehende Teams zeigen sich offen für Veränderungen und helfen dabei, neues Personal zu integrieren – ein klarer Vorteil gegenüber einem Start „auf der grünen Wiese“.

Ein zentrales Anliegen gesamten Führungsteams ist es, die Menschen hinter der Leistung nicht zu vergessen. In vielen Organisationen wird oft nur auf die Pläne und Zahlen geschaut – bei uns wird bewusst monatlich Feedback gegeben und Erfolge wertschätzend kommuniziert. Dabei geht es nicht nur um Kennzahlen, sondern vor allem um Dank und Anerkennung für die tägliche Arbeit der Mitarbeitenden.

Der Dank gilt nicht nur den Teams, sondern ausdrücklich auch den Familienangehörigen der MitarbeiterInnen. Ob Pflege, Kinder- und Jugendhilfe oder mobile Dienste – viele Tätigkeiten sind fordernd, mit langen oder unregelmäßigen Arbeitszeiten. Ohne das Verständnis und die Unterstützung der Familien wäre diese Leistung oft nicht möglich.

Denn: Nur wenn es zu Hause „stimmt“, kann auch gute Arbeit im Beruf geleistet werden. Diese Haltung prägt die Kultur – mit dem Ziel, Wertschätzung ganzheitlich zu leben, auch über die Organisation hinaus.

Wenn es um das Thema Fehlerkultur geht, ist Herrn Lutz besonders wichtig:

Bei uns steht eine offene und wertschätzende Fehlerkultur im Zentrum, die auf Vertrauen und Entwicklung setzt. Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, gemeinsam Verbesserungspotenziale zu erkennen. Herr Lutz beschreibt Fehlerkultur mit dem Bild der „Schatzsuche statt Fehlersuche“. Fehler werden als Chance gesehen, Prozesse zu optimieren, nicht als persönliches Versagen“.

Ein wichtiger Bestandteil ist das gelebte Qualitätsmanagement, das als Führungstool genutzt wird, um kontinuierliche Verbesserung zu fördern. Dabei steht immer der Mensch im Mittelpunkt: Kritik wird bei Malteser Care ausschließlich sachlich formuliert, niemals persönlich. Würde und Respekt sind zentral.

Besonders betont Herr Lutz auch, wie wichtig offene Kommunikation ist – „auch dann, wenn etwas schiefläuft. Wer einen Fehler zugibt, wird unterstützt, nicht sanktioniert.“ Wir achten besonders auf die persönliche Situation der Mitarbeitenden, z. B. wenn private Belastungen die Konzentration beeinflussen. So entsteht eine Vertrauenskultur, in der Weiterentwicklung und Menschlichkeit Hand in Hand gehen“.

Wie agiert Herr Lutz persönlich, wenn er im Stress ist?

Herr Lutz berichtet sehr offen von einem gesundheitlichen Warnsignal, das ihn dazu bewegt hat, Arbeit abzugeben, besser auf sich selbst zu achten und Grenzen zu setzen. Früher war er stark eingespannt – 80 bis 90-Stunden-Wochen waren die Regel. Durch eine Reha und das Vertrauen in sein Team konnte er lernen, Verantwortung abzugeben und ohne schlechtes Gewissen Auszeiten zu nehmen.

Er beschreibt sich selbst als unternehmerisch denkende Pionierpersönlichkeit, die sich schwer damit tut, loszulassen – vor allem, wenn neue Projekte oder Herausforderungen auftauchen. Auch wenn er mittlerweile gut delegiert, bleibt er bei innovativen Themen und Problemlösungen engagiert – ein bisschen „rückfällig“, wie er sagt.

Ein zentrales Anliegen ist ihm eine geordnete Nachfolgeregelung. Diese wurde bereits kommuniziert, sodass Klarheit für alle herrscht, wie es ab Ende nächsten Jahres weitergeht. Die Übergabe läuft Schritt für Schritt – ein geplantes Hineinwachsen in die Verantwortung für sine NachfolgerInnen. Auch wenn es kein eigentümergeführtes Unternehmen ist, wird die Übergabe wie eine Betriebsnachfolge verstanden – mit dem Ziel, Stabilität und Kontinuität zu sichern. „Mir gibt es Sicherheit, und diese Sicherheit ist mir wichtig“, schließt Herr Lutz unser Gespräch.

  • Empowerment
  • Fehlerkultur
  • sinnstiftende Tätigkeit
  • Werte
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