Empowerment, Sichtbarkeit und der lange Weg zur Gleichberechtigung

Mit Pamela Obermaier führe ich ein Gespräch über Selbstwert, Medienpräsenz und gesellschaftlichen Wandel

Empowerment beginnt beim Selbstwert – und bei Sichtbarkeit

Manchmal entstehen große Themen nicht aus einer bewussten Entscheidung, sondern aus vielen kleinen Beobachtungen. So beschreibt es auch Pamela Obermaier, wenn sie über ihren Weg zum Thema Empowerment spricht. In ihrer Arbeit als Mentorin für Mindset, Marketing, Medien- und Auftrittstraining begleitet sie Menschen dabei, ihre Expertise sichtbar zu machen und ihre berufliche Positionierung zu stärken. Doch im Laufe der Jahre fiel ihr ein Muster auf, das sie nicht mehr ignorieren konnte.

Viele Kundinnen, kämpfen mit starken Selbstzweifeln. „Sie fragen sich, ob ihre Inhalte interessant genug sind, ob sie wirklich auf eine Bühne gehören oder ob sie zunächst ihr äußeres Erscheinungsbild verändern müssten, bevor sie öffentlich auftreten“, erzählt sie. Diese Fragen tauchen immer wieder auf – bei Männern hingegen kaum. Diese Erfahrungen brachten sie dazu, sich intensiver mit den strukturellen Unterschieden im beruflichen Selbstverständnis von Frauen und Männern auseinanderzusetzen.

Dabei wird schnell klar: Es geht nicht nur um Selbstbewusstsein, sondern auch um den Zusammenhang zwischen Selbstwert und Marktwert. Viele Frauen unterschätzen ihre eigene Expertise, verlangen geringere Honorare oder lassen sich häufiger dazu überreden, Leistungen kostenlos zu erbringen. Sie erzählt von einer Kundin, die ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut hat und dennoch regelmäßig gefragt wurde, ob sie ihre Leistungen nicht auch gratis anbietet. Solche Situationen kennt Frau Obermaier auch aus ihrer eigenen Karriere – immer wieder kamen Anfragen, Veranstaltungen unbezahlt zu moderieren oder Keynotes honorarfrei zu halten. „Natürlich gibt es Situationen, in denen ehrenamtliches Engagement sinnvoll und wichtig ist,“ betont sie, „auffällig ist jedoch, wie häufig solche Erwartungen gerade an Frauen gestellt werden.“

Aus diesen Erfahrungen heraus entwickelt sie den Wunsch, Frauen gezielter zu unterstützen. Vieles von dem, was sie im 1:1-Mentoring bereits intuitiv angeboten hat, hat sie in ein strukturiertes Fünf-Schritte-Transformationsprogramm gegossen, welches Frauen dabei helfen soll, von Selbstzweifeln zu einem stabilen Selbstwert zu gelangen – und daraus auch einen angemessenen Marktwert abzuleiten. Ein zentraler Bestandteil ist dabei das sogenannte Money-Mindset, das sie „Money-Focus“ nennt – die Fähigkeit, den eigenen Wert zu erkennen und ihn auch finanziell zu vertreten.

Ihre Erkenntnisse hat sie schließlich in ihrem sechsten Bestseller „Wie viel bin ich wert?“  zusammengefasst, der beim Goldegg-Verlag erschienen ist. Seit der Veröffentlichung des Buches hat sich ihr beruflicher Alltag spürbar verändert. Medienauftritte, Interviews und Podiumsdiskussionen sind fixer Bestandteil ihrs Arbeitsalltags. Rückblickend beschreibt sie das Buch als wichtigen Meilenstein – gleichzeitig aber auch als Ausgangspunkt für noch mehr Engagement für das ihr wichtige Thema Female Empowerment.

Pamela Obermaier ist wichtig, ihre Positionen authentisch zu vertreten. Sie spricht ihre Gedanken oft laut aus, bevor sie zurechtformuliert werden. Das polarisiert gelegentlich, sorgt aber auch für große Resonanz. Viele Menschen schätzen gerade diese Offenheit. In ihrem Podcast und bei öffentlichen Auftritten hört sie häufig Rückmeldungen wie: „Endlich sagt jemand laut, was viele denken.“ Ihre Authentizität ist für sie selbst ein wichtiger Teil ihrer Arbeit – besonders bei einem Thema, das so stark mit persönlichen Erfahrungen und Emotionen verbunden ist – und für das es gilt, mehr Sichtbarkeit zu erzeugen.

Die inhaltliche Arbeit für ihre Buch basiert auf intensiver Recherche. Pamela Obermaier zeigt historische Entwicklungen, gesellschaftliche Strukturen auf und hat zahlreiche Studien zur Gleichberechtigung analysiert. Sie verbindet journalistische Recherche mit praktischer Erfahrung. Wenn sie darüber spricht, versucht sie bewusst, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich und alltagsnah zu vermitteln.

Der Blick auf aktuelle Zahlen zeigt: Der Fortschritt in Richtung Gleichberechtigung verläuft langsam. Verschiedene Studien gehen davon aus, dass echte Gleichstellung weltweit noch viele Jahrzehnte dauern könnte. Manche Prognosen sprechen von 70 Jahren, andere von mehr als einem Jahrhundert. Diese Entwicklung empfindet sie als frustrierend – besonders, weil sie gleichzeitig beobachtet, dass Gleichberechtigung in manchen gesellschaftlichen Debatten wieder stärker infrage gestellt wird.

An diesem Punkt spricht sie einen inneren Konflikt an. Einerseits empfindet sie Dankbarkeit dafür, in Europa zu leben, wo Frauen Zugang zu Bildung, beruflichen Chancen und politischer Mitbestimmung haben. Andererseits stellt sie die grundsätzliche Frage, warum Frauen überhaupt dankbar dafür sein müssen, nur annähernd gleichgestellt zu sein. Für sie ist das ein historisches und gesellschaftliches Paradox.

Im Gespräch kritisiert Pamela Obermaier auch die langfristigen Folgen patriarchaler Strukturen, dazu zählen Gewalt gegen Frauen, ungleiche Machtverhältnisse in Politik und Wirtschaft oder die Tatsache, dass viele historische Konflikte aus männlich geprägten Machtstrukturen hervorgegangen sind. Gleichzeitig betont sie, dass es nicht darum geht, Männer gegen Frauen auszuspielen. Frauen sind nicht automatisch bessere Menschen. Sie möchte in diesem Zusammengang aufzeigen, dass gesellschaftlich lange Zeit vor allem Eigenschaften wie „Wettbewerb, Macht und Dominanz“ gefördert wurden – während Werte wie „Kooperation, Fürsorge und Balance“ weniger Beachtung fanden.

Gerade deshalb sieht sie Hoffnung darin, dass Frauen zunehmend Verantwortung übernehmen – auch in Krisenzeiten. Vielen Unternehmen erkennen heute, dass weibliche Perspektiven wichtige Impulse geben können. Dieser Wandel verläuft zwar langsam, doch gibt es immer mehr Beispiele dafür, dass Frauen in Führungsrollen gelangen oder ihnen diese Rollen zumindest stärker zugetraut werden.

Ein zentraler Schlüssel für diese Entwicklung ist aus ihrer Sicht Sichtbarkeit. Besonders wichtig ist ihr, die Präsenz von Frauen in klassischen Medien. Während Social Media jedem ermöglicht, sich selbst als Expertin oder Experte zu präsentieren, entsteht gesellschaftliche Glaubwürdigkeit oft erst durch sogenannte Fremdzuschreibung – also durch journalistische Berichterstattung oder Medienauftritte. Genau hier sieht sie ein großes Ungleichgewicht: „Noch immer stammen rund drei Viertel der Experten, die in Medien zu Wort kommen, aus dem Kreis der Männer,“ meint Pamela Obermaier. „Damit wird die Welt weiterhin überwiegend aus männlicher Perspektive erklärt.“

Mit ihrem Medien-Mentoring unterstützt sie deshalb gezielt Frauen dabei, ihre Expertise öffentlich sichtbar zu machen, denn Repräsentation verändert Entscheidungen. Wenn Frauen in Führungspositionen vertreten sind, werden Themen häufig anders priorisiert – etwa bei der „Vereinbarkeit von Familie und Beruf, bei Kinderbetreuung oder bei Sicherheitsfragen im öffentlichen Raum“. Solche Veränderungen entstehen oft schlicht deshalb, weil unterschiedliche Lebensrealitäten zuvor nicht ausreichend berücksichtigt wurden.

Durch die zeitliche Nähe unseres Gesprächs zum Internationale Frauentag, wird auch dieser zum Thema: Pamela Obermaier sieht diesen Tag mit gemischten Gefühlen. „Einerseits ist es bedauerlich, dass ein solcher Tag überhaupt noch notwendig ist,“ meint sie, „andererseits ist es gut, dass dieser Tag existiert, weil er das Thema Gleichberechtigung zumindest einmal im Jahr stark in den Mittelpunkt rückt.“ Doch eines ist klar: Ein einzelner Tag kann strukturelle Veränderungen nicht ersetzen. Gleichberechtigung muss ein Thema sein, das nicht nur am 8. März diskutiert wird, sondern an allen 365 Tagen im Jahr.

Und genau dort beginnt für sie Empowerment – im Alltag, im Selbstwert und in der Sichtbarkeit der eigenen Stimme.

Zum Abschluss wünscht sich Pamela Obermaier:

Mehr Sichtbarkeit von Frauen – besonders in Medien und Entscheidungspositionen. „Sichtbarkeit kann langfristig dazu beitragen, gesellschaftliche Perspektiven auszugleichen,“ fasst sie zusammen.

Zum Abschluss des Gespräches betont sie noch die Wichtigkeit persönliche Selbstfürsorge, um engagiert arbeiten zu können.

Pamela Obermaier setzt dabei auf mehrere Bausteine: Besonders wichtig sind für sie regelmäßige Bewegung – idealerweise zwei- bis dreimal pro Woche Krafttraining –, sowie bewusste Entspannungsrituale. Dazu gehören Reiki, Einschlafmeditationen oder beruhigende Musik im Frequenzbereich von 432 Herz am Abend. Auch Momente der Ruhe in der Natur spielen eine große Rolle: Spaziergänge am Mondsee (wo sie lebt und arbeitet) und der Blick aufs Wasser helfen ihr, mental abzuschalten. Zusätzlich nutzt sie regelmäßige Saunabesuche, um Körper und Geist zu regenerieren. Einen besonderen Beitrag zu ihrem emotionalen Wohlbefinden leisten ihre beiden Katzen, deren „körperliche Nähe und Schnurren“ für sie eine spürbar beruhigende Wirkung haben und helfen, im Alltag zur Ruhe zu kommen.

Fotocredit: Elisabeth Lechner

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