Im Interview spricht Arvid Auner offen über die Bedeutung von Regeneration, mentale Stärke und den Umgang mit Herausforderungen im Spitzensport. Das Interview mit Arvid Auner, Snowboard-Profi habe ich direkt nach Beendigung der aktuellen Snowboard Saison 2026 geführt. Direkt nach einer intensiven Wettkampfphase beschreibt er, dass Regeneration weit über reine körperliche Erholung hinausgeht. Für ihn ist es entscheidend, sowohl den Körper als auch den Kopf bewusst zu entlasten. Während er körperlich nach der Saison gezielt Pausen einlegt und sich ohne festen Trainingsplan viel in der Natur bewegt, nutzt er die Zeit mental für Reflexion: „Was lief gut, was nicht, und wie hat er sich in bestimmten Momenten gefühlt?“ fasst Arvid Auner zusammen. Diese Analyse bildet die Grundlage für die nächste Trainingsphase.
Besonders während der Wettkampfsaison wird mentale Regeneration zur Herausforderung. Ein dicht getakteter Rhythmus aus Reisen, Training und Wettkämpfen verlangt ihm viel ab. Ständig wechselnde Orte, unterschiedliche Schlafumgebungen und organisatorische Anforderungen erschweren es, zur Ruhe zu kommen. Arvid Auner begegnet dem, indem er sich bewusst kleine Auszeiten schafft – etwa durch Musik, Serien oder Rückzug – um mental Abstand vom Leistungsdruck zu gewinnen.
Im Wettkampf selbst setzt er auf eine klare mentale Strategie: Arvid Auner spricht davon, belastende Gedanken symbolisch „in einen Rucksack zu packen“ und diesen abzugeben, an seinen Trainer oder den Mentaltrainer. Dies macht er oft schon, daheim beim letzten Meeting mit seinem Management bevor er abreist.
So schafft er Raum für Fokus und Konzentration. Gleichzeitig betont er, dass es nicht darum geht, Gedanken zu verdrängen, sondern bewusst mit ihnen zu arbeiten. Selbstzweifel gehören für ihn dazu, doch er begegnet ihnen mit Vertrauen in seine Vorbereitung, sein Training und seine Fähigkeiten. Entscheidend ist für ihn, im Moment des Wettkampfs einen stabilen „Ist-Zustand“ zu erreichen, aus dem heraus er seine Leistung abrufen kann. Auch jetzt, nach der Saison arbeitet Arvid Auner mit Trainern, Mentaltrainern rund Management eng an meiner Saisonreflexion und am igenen Fokus.
Ein weiterer zentraler Punkt ist der Umgang mit nicht erreichten Zielen. Arvid Auner beschreibt ehrlich, wie sehr solche Situationen schmerzen können – inklusive emotionaler Reaktionen wie Frust oder Tränen. Gleichzeitig sieht er darin eine wichtige Chance zur Weiterentwicklung. Durch Selbstreflexion und kritisches Hinterfragen erkennt er, welche Faktoren er selbst beeinflussen kann. Dabei fokussiert er sich bewusst auf das, was in seiner Kontrolle liegt, und blendet äußere Umstände weitgehend aus.
Unterstützt wird er in diesem Prozess durch die Zusammenarbeit mit seinem Mentaltrainer. Gemeinsam arbeiten sie daran, seine mentale Stärke weiter auszubauen und den Fokus auf die eigene Handlungskompetenz zu richten. Ein wichtiges Learning aus der vergangenen Saison war für ihn die Bedeutung eines funktionierenden Umfelds und einer positiven Teamdynamik.
Arvid Auner weist besonders darauf hin, wie stark Emotion und Motivation miteinander verbunden sind. Seine Leidenschaft für den Sport zeigt sich nicht nur im Wettkampf, sondern auch in seinem Alltag und sogar im Hobbysport. Sein Antrieb, sich kontinuierlich zu verbessern, basiert auf echter Begeisterung – und genau diese Haltung macht einen wesentlichen Teil seines Erfolgs aus.
Weiters sprechen wir näher über die strukturierte Planung hinter ihren sportlichen Zielen ein – insbesondere mit Blick auf seinen Traum, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Um diesen Anspruch greifbar zu machen, arbeitet er gemeinsam mit seinem engsten Umfeld mit einem klaren System das Arvid Auner wie folgt beschreibt: „Ich habe fünf zentralen „Boxen“, die alle leistungsrelevanten Bereiche abdecken. Diese umfassen
- den Kopf (mentale Stärke),
- die physische Leistungsfähigkeit,
- Technik,
- Material sowie
- das Umfeld.“
Durch diese Struktur gelingt es ihm, gezielt an einzelnen Stellschrauben zu arbeiten und kontinuierlich Verbesserungen vorzunehmen. Besonders betont er dabei das Zusammenspiel von Körper und Geist: „Maximale Leistung entsteht nur, wenn beide im Einklang sind. Ist einer der Bereiche nicht auf dem gleichen Niveau, kann das volle Potenzial nicht ausgeschöpft werden“, fasst Arvid Auner zusammen.
Ausgangspunkt jeder Saisonplanung ist für ihn eine klare Zieldefinition. Dabei setzt er sich bewusst ambitionierte Ziele – solche, die herausfordern und Respekt einflößend sind, aber gleichzeitig erreichbar bleiben. Zu einfache Ziele führen aus seiner Sicht zu fehlender Motivation und Entwicklung. „Entscheidend ist, dass Ziele eine echte Veränderung im Alltag erfordern und damit Wachstum anstoßen“, meint Arvid Auner.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist für Arvid Auner zudem die bewusste Auswahl und Einbindung seines „Teams“. Dabei unterscheidet er klar zwischen seinem persönlichen Team und der Trainingsgruppe mit der er unterwegs ist. Während sein Team aus Menschen besteht, die aktiv auf sein individuelles Ziel hinarbeiten – etwa Mentaltrainer, Athletiktrainer, Technik-Coaches oder Materialexperten –, verfolgt in der Trainingsgruppe jede Athletin und jeder Athlet seine eigenen Ziele. Diese Differenzierung hilft ihm, den Fokus zu bewahren und sich nicht von unterschiedlichen Ambitionen im Umfeld beeinflussen zu lassen.
Ergänzt wird dieses professionelle Netzwerk durch sein persönliches Umfeld aus Familie und Freunden, die ihm emotionalen Rückhalt geben. Arvid Auner beschreibt dieses Zusammenspiel als essenziell: „Es sind diese Menschen, die ihn unterstützen, stärken und ihm den nötigen Raum geben, um sich voll auf seine Leistung zu konzentrieren.“
Auf die Frage nach konkreten Strategien in stressigen Momenten nennt Arvid Auner vor allem Musik als wichtigen Anker. Musik hilft ihm, eine kontrollierbare innere Welt zu schaffen, in der er zur Ruhe kommen und gleichzeitig positive Emotionen aktivieren kann. Bestimmte Songs sind für ihn eng mit erfolgreichen oder glücklichen Momenten verknüpft und dienen als mentale Brücke zu diesen Erfahrungen. Dadurch stärkt er sein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und kann sich gezielt in einen leistungsfördernden Zustand versetzen.
Insgesamt wird in unserem Interview deutlich, wie bewusst und reflektiert Arvid Auner seinen Weg im Spitzensport gestaltet. Klare Strukturen, ein starkes Umfeld und der gezielte Umgang mit mentalen Ressourcen bilden für ihn die Grundlage, um seine ambitionierten Ziele konsequent zu verfolgen.