Das Interview mit Mario Stecher, ehemaliger nordischer Kombinierer, mehrfacher Olympia Medaillen Gewinner in Gold und Bronze, sowie mehrfacher Medaillen Gewinner (2xGold) bei nordischen Skiweltmeisterschaften wurde im August 2026 schriftlich geführt.
1. Im Hochleistungssport sind regelmäßige Erholung und Regeneration Teil des Erfolges, nur wenn Sie auf Regeneration achten, können Sie Spitzenleistungen bringen. Wie schaffen Sie im Alltag diese Balance?
Für mich gehörte Regeneration genauso zum Training wie die eigentliche Belastung. Ich hatte gelernt, auf meinen Körper zu hören und Erholungsphasen bewusst einzuplanen. Gerade im Hochleistungssport war es wichtig zu verstehen, dass mehr nicht automatisch besser war. Schlaf, Ernährung und aktive Regeneration, aber auch Zeiten, in denen ich mental vom Sport abschalten konnte, spielten für mich eine große Rolle. Diese Balance half mir dabei, langfristig leistungsfähig zu bleiben und in den entscheidenden Momenten meine beste Leistung abrufen zu können.
2. Stärke, Fokus und Resilienz sind entscheidend, um im Hochleistungssport Spitzenleistungen zu erbringen. Wie schaffen Sie es, in Wettbewerbssituationen dem Druck standzuhalten?
Druck gehört im Spitzensport einfach dazu und lässt sich nicht vollständig ausblenden. Für mich ging es deshalb darum, den richtigen Umgang damit zu finden. Ich versuchte, mich auf jene Dinge zu konzentrieren, die ich selbst beeinflussen konnte – meine Vorbereitung, meine Abläufe und meine eigene Leistung. Routinen gaben mir dabei Sicherheit. Gleichzeitig half mir meine Erfahrung, schwierige Situationen richtig einzuordnen. Nicht jeder Wettkampf verlief perfekt. Entscheidend war für mich, daraus zu lernen, Rückschläge zu akzeptieren und den Fokus anschließend wieder nach vorne zu richten.
3. Welche Rolle spielen eine gute Planung und der klare Fokus auf Ihr Ziel, um in Ihrem Sport erfolgreich zu sein. Wie schaffen Sie es, Ihr Ziel immer im Fokus zu haben?
Klare Ziele gaben mir Orientierung und halfen mir besonders in Phasen, in denen es einmal schwieriger wurde. Dabei konzentrierte ich mich nicht ausschließlich auf das große Endziel, sondern setzte mir bewusst kleinere Zwischenziele. Dadurch wurde der Weg überschaubar und Fortschritte wurden sichtbar. Eine gute Planung gab mir die notwendige Struktur, gleichzeitig musste ich im Leistungssport immer flexibel bleiben, weil nicht alles nach Plan verlief. Entscheidend war für mich, immer zu wissen, warum ich etwas machte. Dieses klare Ziel vor Augen half mir, auch in schwierigen Phasen konsequent dranzubleiben.
Fotocredit: Gerhard Berger