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Mitarbeiterfluktuation durch psychologische Sicherheit reduzieren: Ein Leitfaden für Unternehmen

Haben Sie schon einmal ausgerechnet, was Ihnen der Ersatz eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin kostet? Eine hohe Mitarbeiterfluktuation ist für Unternehmen mit Risiken und hohen Kosten verbunden. Ein hoher Mitarbeiterwechsel kann nicht nur die Produktivität und Kontinuität beeinträchtigen, sondern auch hohe Kosten verursachen und das Arbeitsklima belasten. Die Ruhe für produktives Arbeiten ist dahin.

Untersuchungen von Culture Amp oder auch von HRforecast zeigen, dass die Kosten für das Ersetzen eines Mitarbeiters für Unternehmen zwischen der Hälfte und dem Doppelten (200 Prozent!!!) seines Gehalts liegen. Die Ausgaben für das Recruiting sowie die Auswirkungen auf die Produktivität und auf das gesamte Team sind nicht zu unterschätzen. Oft finden Sie heute ja gar keine geeigneten MitarbeiterInnen und die Stelle bleibt so lange unbesetzt. Eine wirksame Strategie zur Bewältigung der Mitarbeiterfluktuation ist die Förderung psychologischer Sicherheit am Arbeitsplatz.

In diesem Blogartikel zeige ich Ihnen, wie Sie durch psychologische Sicherheit Mitarbeiterfluktuation begegnen können. Wie Sie Ihr Unternehmen unterstützen können, relevante Faktoren für psychologische Sicherheit zu identifizieren und so die Mitarbeiterfluktuation aktiv beeinflussen, lesen Sie am Ende im Fazit.

Was ist denn das überhaupt, psychologische Sicherheit?

Psychologische Sicherheit definiert Amy Edmondson (gilt als Pionierin der Erforschung Psychologischer Sicherheit) so, dass sich sämtliche Mitglieder Ihres Teams im Unternehmen in der Lage fühlen, Risiken einzugehen, sich zu äußern und proaktiv zu handeln. William Kahn (gilt als Vater des Employee Engagements) beschreibt es als Gefühl, das eigene Selbst zeigen und einsetzen zu können, ohne Angst vor negativen Folgen.

Kurz: Psychologische Sicherheit beschreibt das Gefühl von MitarbeiterInnen, sich im Arbeitsumfeld so sicher zu fühlen, dass die eigenen Meinungen und Ideen ohne Sorge vor negativen Konsequenzen geäußert werden können. Dafür braucht es eine Kultur von Offenheit und Vertrauen.

Die Förderung von offener Kommunikation hat einen positiven Einfluss auf die psychologische Sicherheit und trägt so zur Reduktion von Mitarbeiterfluktuation bei.

Wieder einmal sind besonders Führungskräfte gefordert, sie können am stärksten dazu beitragen, dass die Kommunikationskanäle im Unternehmen offen sind und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Ideen offen teilen, ohne Angst, dass negative Konsequenzen drohen. Durch die offene Kommunikation können Probleme frühzeitig erkannt und gelöst werden.  Offene Kommunikationskanäle sind aber nicht nur für die 1:1 Kommunikation wichtig, sondern gelten auch in der projektübergreifenden Zusammenarbeit zwischen allen Teammitgliedern. Die gesamte Kommunikationskultur im Blick zu haben ist eine echte Herausforderung für Führungskräfte.

Besonders herausfordernd ist die offene Kommunikation dann, wenn sich Unternehmen in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld bewegen, oder unternehmensinterne Veränderungen geplant sind oder bevorstehen. Dann greift Unsicherheit um sich, denn Veränderungen können die offene Kommunikation unter Druck bringen und oft auch die Mitarbeiterfluktuation befeuern. Sie wissen, Unruhe ist schlecht fürs Geschäft.

Gerade dann ist es aber besonders wichtig, alle MitarbeiterInnen abzuholen und zu beweisen, dass Sie die offene Kommunikation ernst nehmen. Unentdeckte Frustration oder Unzufriedenheit entstehen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten schnell und für einige MitarbeiterInnen ist die Flucht nach vorn – Richtung Kündigung – ein Weg, Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen. Das treibt die Mitarbeiterfluktuation nach oben, dabei gehen wahrscheinlich gerade diejenigen, die Sie halten wollen.

Klarheit schaffen reduziert die Mitarbeiterfluktuation und schafft Sicherheit

Immer wieder lesen wir darüber, dass es für MitarbeiterInnen heute wichtig ist, den Sinn der eigenen Arbeit klar zu erkennen und auch über den eigenen Beitrag zum Gesamtunternehmensziel Bescheid zu wissen. Führungskräfte sind also stark gefordert, in der täglichen Kommunikation die Unternehmensziele in den Fokus zu stellen und die Beiträge von MitarbeiterInnen zur Erreichung des Unternehmenszieles herauszustreichen.

So stellen Sie sicher, dass die Ziele des Unternehmens klar kommuniziert werden, und dass MitarbeiterInnen verstehen, wie ihre eigene Arbeit zur Erreichung dieser Ziele beiträgt. Das schafft Vertrauen und Klarheit hinsichtlich Ihrer Erwartungen und den zu erreichenden Teilzielen für die MitarbeiterInnen.

Unsicherheit, Unklarheit und Verwirrung reduzieren Sie durch die oftmalige Kommunikation – auch auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen, vom 1:1 Feedbackgespräch bis hin zur Fragerunden in größeren Teammeetings. Nur so stellen Sie sicher, dass die Information auch richtig bei MitarbeiterInnen ankommt und Sicherheit schafft.

Eine starke Unternehmenskultur gegen Mitarbeiterfluktuation

Eine positive Unternehmenskultur in der sich jeder/jede gesehen und wertgeschätzt fühlt, zahlt ebenso stark auf eine gestärkte psychologische Sicherheit im Unternehmen ein und reduziert die Mitarbeiterfluktuation. MitarbeiterInnen denen Sie empathisch begegnen, deren Stärken Sie fördern und deren Arbeit gesehen wird, fühlen sich eher mit dem eigenen Unternehmen verbunden und bestärkt, persönlich ihr Bestes zu geben.

Fazit:

Psychologische Sicherheit am Arbeitsplatz kann dazu beitragen, Mitarbeiterbindung zu stärken und Mitarbeiterfluktuation zu reduzieren. Durch die Förderung offener Kommunikation, Unterstützung und Empathie, klare Erwartungen und Ziele sowie eine positive Unternehmenskultur können Führungskräfte ein Umfeld schaffen, in dem sich die Mitarbeiter sicher, unterstützt und geschätzt fühlen. Unternehmen, die in psychologische Sicherheit investieren, können langfristig von einer höheren Mitarbeiterbindung, einer niedrigeren Fluktuation und einer insgesamt positiven Arbeitsumgebung profitieren.

Warum ist es wichtig, psychologische Sicherheit im Umfeld von Mitarbeiterfluktuation zu diskutieren.

Bei Better linked beschäftigen wir uns sehr stark mit den dahinterliegenden Gründen und Ursachen von Stressoren und den Auswirkungen von Stress auf das ganze Unternehmen. Stressempfinden ist zwar individuell, wie es jedoch nach außen – auf der Verhaltensebene ausgelebt wird und welchen Einfluss Stress dann auf die gesamte Unternehmenskultur hat, zeigt sich oft im dahinterliegenden Empfinden von psychologischer Sicherheit.

Ob psychologische Sicherheit von MitarbeiterInnen empfunden wird oder diese tatsächlich glaubhaft gelebt wird zeigt sich nämlich meist nicht offen. Dafür braucht es kontinuierliche Arbeit und tägliche „Beweise“. Durch ein gegenteiliges Erlebnis, das nicht rechtzeitig erkannt wird, kann die längerfristige Aufbauarbeit auch rasch zunichte gemacht sein.

Lassen Sie sich im kontinuierlichen Aufbau und Erleben psychologischer Sicherheit unterstützen, indem Sie ihren MitarbeiterInnen ermöglichen, neben Ihrem persönlichen und aktiven Engagement eine unterstützende Community zur Seite zu stellen. Hier können MitarbeiterInnen rasch kommunizieren, wenn sie Entwicklungen wahrnehmen, die aus ihrer Sicht nicht förderlich für die Unternehmenszielsetzung sind oder die Unternehmenskultur beeinträchtigen.

Auch die Schaffung eines förderlichen Arbeitsumfeldes und das Teilen persönlicher Erfahrungen kann unterstützen, das Empfinden einer wertschätzenden Arbeitsumgebung zu stärken. Dadurch schaffen Sie es, MitarbeiterInnen immer ein offenes Ohr zu bieten, schnell zu erkennen, was es braucht, die psychologische Sicherheit im eigenen Unternehmen zu stärken und auf Veränderungen reagieren zu können.

Sie sorgen für mehr Ruhe im Unternehmen und die Mitarbeiterfluktuation sinkt deutlich.